Erstmals Sozialplan für LeiharbeiterInnen

Nach dem Verlust eines Großauftrags des Wiener AKH hat der Arbeitskräfteüberlasser AGO 350 LeiharbeiterInnen gekündigt. Kleiner Lichtblick: Zum ersten Mal konnte bei einer Leiharbeitsfirma ein Sozialplan abgeschlossen werden.

Für die LeiharbeiterInnen von AGO, die im AKH für die Reinigung zuständig waren, bedeutet die Kündigung der Verträge des AKH mit AGO auch das Ende ihres Arbeitsverhältnisses. Dass AGO selbst keine adäquate Weiterbeschäftigung anbieten würde, war bereits absehbar. Der AGO-Betriebsrat, dessen Gründung vor zwei Jahren zu einem heftigen Konflikt mit der Unternehmensleitung führte, hat sich daher schon lange intensiv für eine Übernahme durch das AKH eingesetzt. Unter dem Motto „Übernahme statt Fremdvergabe“ wurden 4.000 Unterschriften gesammelt, Demonstrationen organisiert und Betriebsversammlungen abgehalten. Weiterlesen

TV-Bericht über die Situation im Wiener AKH

Das Team von WienTV.org hat einen Bericht über die Situation von LeiharbeiterInnen im AKH gedreht, den wir euch nicht vorenthalten wollen.

Nebenbei bemerkt kommt’s im Bericht zumindest zu einer indirekten Konfrontation zwischen AKH-Direktion und AGO-Betriebsrat. Gespräche wurden dem Betriebsrat ja vonseiten der Gemeinde und vonseiten des AKH stets verweigert. Aber: wir lassen uns nicht mundtot machen!

Über einen Arbeitskampf und die Bedeutung für den Gesundheitsbereich

5Beinahe 20  Prozent der ArbeiterInnen im AKH sind über Fremdfirmen beschäftigt. Damit liegt das AKH deutlich vor den Spitälern des KAV, die allerdings auch immer mehr auf Fremdvergabe setzen. Und in diesem Bereich rumort es gewaltig.

Kündigungen und Umstrukturierungen

Vielen ist vielleicht nicht auf Anhieb bewusst, dass in Krankenhäusern nicht nur ÄrztInnen und PflegerInnen für einen möglichst reibungslosen Ablauf sorgen. Doch Spätestens beim Stichwort Hygiene geht den meisten ein Licht auf.

Für diesen besonders sensiblen Bereich im Gesundheitswesen sind im AKH derzeit, neben den Beschäftigten der Gemeinde, rund 350 ReinigerInnen über die Firma AGO beschäftigt. Im ersten Halbjahr 2014 werden alle diese LeiharbeiterInnen schubweise gekündigt. Hintergrund dafür ist, dass der Vertrag mit der Leiharbeitsfirma AGO (Akademischer Gästedienst in Österreich) durch das AKH gekündigt wurde. Stattdessen werden sich in weiterer Folge 4 Reinigungsfirmen den Reinigungsauftrag teilen. Laut AKH Direktion sind diese Firmen „nur marginal billiger“, die auszuzahlenden Löhne werden jedoch deutlich niedriger als im Leiharbeitsbereich ausfallen. Weiterlesen

Fünf Fragen an den AGO-Betriebsrat

toifl_krainzFieberkurve, die Zeitschrift der ÖH MedUni Wien, hat zwei Kollegen des AGO-Betriebsrats interviewt. Wir dokumentieren das Interview hier.

Was passiert gerade bei Ihnen?

Florian To: Bis zu 550 unserer KollegInnen sollen 2014 gekündigt werden. Sogar eine Betriebsrätin ist vom Arbeitsplatzverlust betroffen. Der Hintergrund sind größere Umstrukturierungen im AKH und im gesamten KAV. Es soll eingespart werden und den Preis dafür sollen die KollegInnen zahlen. Die Arbeitsplätze werden entweder gestrichen oder durch so schlechte ersetzt, dass viele unserer KollegInnen nicht davon leben können.

Stefan Krainz: In den nächsten Monaten wird unsere Hauptaufgabe darin bestehen, die 350 KollegInnen die akut von der Kündigung betroffen sind bestmöglich auf ihren nächsten Schritten zu unterstützen. Weiterlesen

Statements von AGO-KollegInnen

BVR: Ich bin seit 2 Jahren als Reinigerin auf einer Station beschäftigt und war davor schon ein Jahr als Springerin im AKH tätig. Viele KollegInnen waren auf unserer Betriebsversammlung und haben über Widerstand diskutiert. Ich wünsche mir, dass sich alle KollegInnen beteiligen. Was wir wollen ist im AKH zu bleiben, solange die Bedingungen stimmen. Weiterlesen

AKH-Arbeiter im Stich gelassen

Übernommen vom Magazin KOSMO

Mehr als 350 Reinungskräfte und 650 Arbeiter – überwiegend aus dem ehemaligen Jugoslawien – verlieren im Wiener Allgemeinen Krankenhaus ihre Arbeit. KOSMO hat mit Ljubica Lukić gesprochen – einer der Raumpflegerinnen, die sich in dieser wenig beneidenswerten Situation befinden.
Das Wiener Allgemeine Krankenhaus ist eines der größten Krankenhäuser in diesem Teil Europas. In den 22 Stockwerken gehen mehr als 9.500 Ärzte, Reinigungs- und Pflegekräfte ihrer Arbeit nach. Jährlich nehmen über eine halbe Million Patienten die Dienste der Klinik in Anspruch.Im vergangenen Monat stand das Krankenhaus im Zentrum des Medieninteresses, nachdem gemeldet worden war, dass bis zum Sommer 350 Reinigungskräfte entlassen werden und dass weitere 750 im laufenden Jahr mit ihrer Entlassung rechnen müssen. Es handelt sich um Mitarbeiterinnen der Firma AGO, die ihre Beschäftigten auf der Basis eines Vertrags vier Jahre lang für Reinigungs- und andere Dienstleistungen an das AKH ausgeliehen hat und die nun nach Ablauf dieses Vertrags durch eine andere Firma ersetzt wird, die die Reinigungsdienste im AKH für einen noch geringeren Preis übernimmt. Weiterlesen

AKH kündigt hunderte Leiharbeiter

AGO-Beschäftigte werden wie Abfall entsorgt

Ende Jänner ist es so weit: die Kündigungen beginnen. Im ersten Schritt sollen bis Sommer 350 Reinigungskräfte, die im Wiener AKH als LeiharbeiterInnen der Firma AGO eingesetzt sind, vor die Türe gesetzt werden. Weitere Verträge, von denen bis zu über tausend ArbeiterInnen und Angestellte betroffen sind, stehen vor der Kündigung. Den LeiharbeiterInnen sollen Beschäftigte von Reinigungsfirmen nachfolgen: mit noch schlechterer Bezahlung und noch mehr Druck am Arbeitsplatz. AGO-Betriebsratsvorsitzender David Lang: „Unsere KollegInnen werden auf die Straße gesetzt, weil sich Gemeinde Wien und AKH offenbar weder am Wohl der Beschäftigten noch der PatientInnen orientieren.“

„Die Personal- und Gesundheitspolitik der Stadt Wien und des AKH ist alles andere als ein Grund zur Freude“, stellt AGO-Betriebsratsvorsitzender David Lang fest. Und weiter: „Unsere KollegInnen, die ohnehin schon in prekären Verhältnissen leben und arbeiten, sollen für die absurden Sparmaßnahmen im Gesundheitsbereich büßen.“

Denn es ist die essentielle Qualität des Krankenhausbetriebs in Gefahr, ist doch zu befürchten, dass aus Kostengründen auf unerfahrenes und erst einzuschulendes Personal orientiert wird, was zu einem Qualitätsverlust und einer Gefährdung der Patienten führen kann. „Es ist jetzt schon vieles sehr schwer hier. Mit dieser Personalpolitik wird die öffentliche Gesundheitsversorgung aufs Spiel gesetzt!“, stellt Lang besorgt fest.