Keine Ruhe für den AGO-Betriebsrat

LeiharbeiterInnen im AKH fürchten um ihre Jobs

Dankend übernommen aus der „Glück auf!“, Zeitung der Produktionsgewerkschaft PROGE – aktuelle Ausgabe

Drei junge Leiharbeiter haben nach einem Jahr harten Kampfes ihre Anerkennung als Betriebsräte durchgesetzt. Nach diesem Erfolg ziehen aber schon neue Schwierigkeiten auf. Diesmal geht es um die Jobs von 350 LeiharbeiterInnen im Wiener AKH.

„Aufgeben ist keine Option“, stellten David Lang, Florian To und Raymond Karner vor einem Jahr klar, als die „Glück auf!“ erstmals über ihren Fall berichtete. Damals waren die drei jungen Leiharbeiter von ihren Kolleginnen und Kollegen beim Arbeitskräfteüberlasser AGO gerade als Betriebsräte gewählt worden. Kurz vor der Wahl wurden sie allerdings noch eilig im Zuge eines „Betriebsüberganges“ zu einem neuen Unternehmen (freilich ebenfalls vom AGO-Geschäftsführer geleitet) transferiert und prompt gekündigt. Ein Jahr lang kämpften die frisch gewählten Betriebsräte mit Unterstützung der PRO-GE in Gerichts- und Mediationsverfahren für ihr Recht.

Erfolgreich durchgesetzt

Während dieser Zeit erhielten sie keinen Lohn von AGO und großteils auch kein Arbeitslosengeld,zeitweise wurde von der Firma sogar ein Zutrittsverbot verhängt. „Trotz aller Schwierigkeiten haben wir unsere Aufgabe als Betriebsrat konsequent wahrgenommen und uns für die Kolleginnen und Kollegen eingesetzt“, sagt Raymond Karner. Der Einsatz sollte sich bezahlt machen,eine Betriebsversammlung mit 450 AGO-Beschäftigten brachte schließlich die Wende. „Dort wurde offensichtlich, was davor immer wieder infrage gestellt wurde: dass die Kolleginnen und Kollegen voll hinter uns stehen“, berichtet Karner. Die Betriebsräte setzten sich in fast allen strittigen Punkten durch.

1.000 Jobs wackeln

Zeit, den Erfolg zu genießen, blieb allerdings keine. Der einzige Großkunde von AGO ist das Wiener AKH, wo rund 700 ArbeiterInnen und 300 Angestellte überlassen sind, und der Vertrag für den Bereich Reinigung steht jetzt vor der Kündigung. Bei der bereits laufenden Neuausschreibung kann AGO nicht mitbieten, diese richtet sich nur an das Reinigungsgewerbe. 350 Beschäftigte sind davon betroffen und auch die weiteren Verträge von AGO wackeln.Die Hoffnung auf adäquate Weiterbeschäftigung durch AGO selbst ist gering. Im günstigsten Fall könnten die Betroffenen vielleicht bei einem künftigen Auftragnehmer des AKH unterkommen – allerdings mit heftigen Verlusten. „Lohnniveau und Gleichstellungsrechte, die durch AKÜ-Kollektivvertrag und Arbeitskräfteüberlassungsgesetz abgesichert sind, wären weg“, erläutert David Lang.

Übernahme statt Fremdvergabe!

Der AGO-Betriebsrat fordert daher die Übernahme durch das AKH selbst. „Viele der Kolleginnen und Kollegen sind seit sieben oder acht Jahren im AKH, sind voll in den Betrieb integriert und leisten auch in medizinisch sensiblen Bereichen beste Arbeit“, erklärt Betriebsratsvorsitzender Lang. „Dass die seinerzeitige Vergabe an AGO heftig in der Kritik steht, dafür sind nicht die Beschäftigten verantwortlich und dafür sollten sie nicht die Rechnung zahlen müssen. Eine Übernahme ist die einzige saubere Lösung.“

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Ein Gedanke zu „Keine Ruhe für den AGO-Betriebsrat

  1. Was hier mit den Kolleginnen gemacht wird ist eines demokratischen Staates wie Österreich nicht würdig. Es ist ein Skandal, der zum Himmel schreit, so sind wir es eigentlich nur vom ehemaligen Ostblock gewohnt.
    Ein weiterer Skandal ist auch das Verhalten der GDG, welche aus Parteiräson nicht einmal mit der Wimper zuckt.
    Ihr habt meine volle Solidarität

    Manfred Frcena/ Betriebsrat im Hotel Marriott

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